Ups, nein, ich hab nur kurz gebrochen, red weiter.

10 Mai

Wenn ich es einmal mehr nicht ausstehen kann, dass jemand sich selbst als explosiv bezeichnet und im Eigenlob alles andere abwertet. Außerdem hochtrabende, gequirlte Gedankenscheiße. Du hast keine Lust mehr auf diese Community? Dich “reizt” hier nichts “mehr”, nach lappigen tausend Beiträgen, die du geschrieben hast und davon sind 999 hochnäsige Ich-bin-jetzt-mehr-draußen-und-nicht-mehr-solch-ein-Internet-Suchti-wie-ihr-Kommentare – dann geh’ doch. Ehrlich, du willst großen Abschied, groß Tam Tam und alles Firlefanz, dann “bitch” hier mal nicht “rum” und “chill” dich “down”. Geh offline, Zwiebeln schälen und im Alkoholrausch deine prepubertären Teenietexte schreiben. Mir doch egal.

Herausforderungen

8 Mai
Wenn das Leben nach Stärke verlangt und ich nur mit Ängsten und Flucht aufbieten kann. Manchmal weiß ich nicht, ob ich für alte Leben bezahlen muss. Ob das nicht alles etwas Tieferes bedeutet. Als wären wir alle nicht nur klein und erbärmlich auf Erfolg fixiert. Oft muss ich einfach. Muss funktionieren. Muss werden. Und ich will und will nicht gar werden.
Vielleicht ist es ja doch etwas, das ich nicht kontrollieren kann. Etwas Vorprogrammiertes, etwas nicht-von-mir-Erfundenes, und ich muss es nur noch akzeptieren. Unterschreiben, abschicken, ja-sagen. Einfach mal nicht auflehnen, einmal nicht kämpfen und zetern, weinen und schreien. Nicht mehr flennen.
Vielleicht weiß ich nicht, wie ich mit den Herausforderungen umgehen soll – ob ich kämpfen kann, ob ich wirklich dazu in der Lage bin, etwas zu ändern. Wege, die ich nicht mit Hierhin und Dorthin betitele, weil sie nirgendwo “hin” führen. Alles Irwege, Chaos, und ich bin die Angst. Ein Bündel nackter, blanker, brennender Nerven. Glühe und schreie dabei, brenne und verblute, vielleicht kann ich ja doch fliegen. Vielleicht kann ich ja doch irgendwann besiegen.

Alles soll

24 Mar

Alles soll. Alles will. Jetzt sofort, nichts kann mehr warten. Entscheidungen, die sich mir aufdrängen, Fragezeichen anstelle von Pupillen. Und ich weiche aus, ich kann nicht mehr fragen, kann nicht länger suchen. Zu viel verloren, zu viel gewundert, überlegt und sich zerteilt, zerstreut und zerfleischt. Ich bin nicht trennbar, kein größter gemeinsamer Teiler und ich kann nicht hier sein, wenn das Dort auf mich wartet.
Flucht. Wenn das eine Lösung sein soll, wenn das das Aufgeben besser macht. Gesünder und weniger wertlos, weniger falsch. Ein bisschen richtig am Ende des falschen Tages.
Die Nacht auskosten, weil am Tag die Gedanken zu laut sind, die Medien zu aufdringlich, die Musik zu gestört. Alles frisst. Alles soll. Alles will. Und es soll sofort so sein. Geduld ist fremd. Geduld ist einfach anders.

Und ich lege die Angst ab.

13 Mar


(Quelle)

Und ich lege die Angst ab, als wäre sie nicht meine. Als hätte sie mir ein Feind angedichtet, verhasst und angsteinflößend präsent. Ich streife sie ab, schlage den Staub von meinen Knochen, versuche im Liegen zu gehen und im sterben zu rennen. Als wäre ich eine Stimme, die Kraft besitzt. Ein bisschen Herz unter tausend Muskeln, tausend Adern, Blut über Blut. Sie ziehen an meinen Fäden, als wäre ich eine Puppe, eine Gestalt zum Rumtragen, ein Ding, kein Lebewesen, ein Etwas, kein Mensch. Ding der Unmöglichkeit.
Ich suche das Licht im Grau, eine Wahl unter tausend Fehlentscheidungen. Das will ich rückgängig machen, hier will ich neu abbiegen. Und ich will neu sein, mehr als nur wiedergeboren, mehr als nur ein Plan B, mehr als ein zweiter Versuch nach dem Fehlstart. Ganz neu, ausradieren was nicht hier hin gehört und fiebern bis ich aus meiner Haut breche und mein Blut sich über verkrüppelte Glieder der Erde ergießt. Hohn über spröde Hölzer springen lassen, wenn ich löchrig wie ein Schweizerkäse im Nichts verschwinde. Nie richtig gelebt, nie verstanden, nie gewusst wie. Und ich wasch dich ab, ich lass dich im Abfluss verschwinden, dich und deine Zweifel, dich und den kleinen Hass mit Spitzbart auf deiner Schulter – als wärst du nichts. Nur die Angst, nur die Angst.

And that’s why I smile

27 Feb

When we fight all night; and wake up in the morning; to singing birds and old smoked sh*t. When we live our lifes; and encounter the time; keeping us up all the f*ucking nights. Give me some time to remember; give me something to rely on; What you need is what I will never have. When we hope all the time; and wake up realising; that nothing’s ever been real enough. When we get lost in crime; and find ourselfs begging; for normal lives with normal hopes. Give me some time to remember; give me something to rely on; what you need is what I will never have. You knew it all, you know it know; We didn’t live; we didn’t feel; we didn’t love; And i don’t remember. Give me some time to forget; give me something to shut the f*ck up; what I need is what you will never have. You never had you never will; you never had you never will.
(c) J.M.

If you stay

26 Feb

Weil wir ein Stück sind, in brennenden Wüsten kennt man unsere Namen. Wir lassen Geister über unsere Zungen tanzen, Lippen versiegeln jedes Wort. Ich sammel dich ein, auf dass deine Wünsche in Schatullen überleben. Sterbende Klippen unter unseren Füßen, wenn wir springen und zu Geiern werden. Weil wir ein Stück sind, ein Kreis-im-Kreis, und weil du bei mir bleiben wirst. Ich weiß es.

Herzraub

19 Feb

Schlaflos starre ich auf das leuchtende Zifferblatt meiner Uhr. Du bist nicht hier.
Ich habe mich schon fast daran gewöhnt, ich denke, ich kann es akzeptieren. Ich hoffe, dass ich es kann. Manchmal weiß ich nicht mehr, wohin mit mir selbst. Alles tut weh, dort wo sonst gute Gefühle waren – dort ist jetzt alles taub.
Von Kopf bis Fuß Lähmung. Gedankenkoma.
»Es ist vorbei«, hast du gesagt und mich angesehen, als würdest zum letzten Mal in meine Augen blicken. Ich hatte nicht geweint, nicht vor dir, ich hatte es schließlich nicht erwartet. Wie hattest du denn denken können, dass ich es erwarte? Ich dachte, dass alles in Ordnung wäre. Mit dir und mir.
Ich dachte, wir hätten alles gehabt, wonach sich andere sehnten.
Hast du denn vergessen, wer wir sind?

Schlaflos sitze ich hier. Du bist nicht hier.
Ich verliere mich in Gedanken, nur der Schlaf bleibt aus, kein Traum wagt sich mehr in meinen Kopf. Zermürbt hast du mich, mit all deinen Taten, und ich habe es ertragen. Die Warterei. Der Betrug. Ich hatte es ertragen und akzeptiert – ich dachte, das würde zu dir gehören, ein Schimmer deiner facettenreichen Haut. Ich denke noch immer, dass wir es hätten schaffen können.
Es ist nicht meine Schuld, ich habe alles getan, alles was ich tun konnte. Zu mehr bin ich auch jetzt noch nicht in der Lage, verstehst du das denn nicht?
Hast du denn vergessen, wer ich bin?

Schlaflos höre ich der Stille zu. Du bist nicht hier.
Es ist mir egal, ich spüre nichts. Da bin nur ich, ich allein, gefangen in dem, was du von mir übrig gelassen hast. Ich weiß nicht einmal, ob ich mich jemals wieder aufraffen kann.
Wozu denn noch – mein Leben ist fast vorbei, da kommt doch nichts mehr.
Schon lange in Rente, schon länger allein, und nichts kann es besser machen. Nichts kommt mehr vor dem Ende. Da ist nur noch Stille.
Du warst einmal mein Zuhause, jetzt bin da nur noch ich, eine halb abgetrocknete Schüssel in der Hand. Ich warte. Auf dich, dabei weiß ich, du kommst nicht zurück.
Und das, was du mir geraubt hast, weiß es auch.
Hast du denn vergessen, wo mein Herz ist?

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